Das Michelson-Experiment

Eine Kritische Betrachtung

Die folgende Überlegung, den Ansatz des Experimentes zu hinterfragen, ist dem Buch „Neue Theologie Physik Indizien Experimente“ entnommen und etwas gekürzt hier im folgenden übernommen.

Das Michelson-Morley Experiment sollte untersuchen, ob es einen Äther gibt, also irgendwelche noch unbekannte wirkende Teilchen in unserem Universum, welche das Licht „bremsen“ könnten. Dazu überlegte sich Michelson den folgenden Versuch:

Er sagte sich, dass sich unsere Erde mit einer bestimmten Geschwindigkeit durch den Weltraum bewegt. Des weiteren bewegt sich unser Planetensystem in der Galaxie, und unsere Galaxie bewegt sich ebenfalls. Unser Planet muss also solche unbekannten Teilchen eines Äthers „durchfliegen“ und damit eine messbare Geschwindigkeit haben. Gäbe es ein solches Medium oder Äther, welches die Lichtwellen transportiert (Es ist davon auszugehen, dass das Licht, wenn es eine Welle wäre, ein Medium zur Ausbreitung haben müsste, ähnlich wie Wasserwellen nur dann entstehen können, wenn es Wasser gibt), so müsste ein Lichtstrahl, der gegen die „Flugrichtung“ unserer Erde gerichtet ist, eine andere Geschwindigkeit haben als ein Lichtstrahl, der seitlich zur Bewegungsrichtung der Erde ist oder der in Richtung der Erdbewegung „fliegt“.

Bild 87
Beschreibung: Das Michelson-Morley Experiment. Der Lichtstrahl des Lasers (Volllinie) fällt auf einen halbdurchlässigen Spiegel und teilt sich auf in einen gespiegelten Lichtstrahl (kurz-gestrichelt) und den Lichtstrahl, der durch den halbdurchlässigen Spiegel weitergeht (breit gestrichelt). Beide Strahlen werden an Spiegeln reflektiert, treffen sich am halbdurchlässigen Spiegel und fliegen weiter zu einem Schirm, auf welchem wir die Interferenzmuster sehen können.
Baut man eine Versuchsanordnung auf, in welcher ein Strahl (Ein Laserstrahl, weil dieser bei einer geringen zeitlichen Verschiebung nach der Aufteilung ein Interferenzmuster erzeugt) an einem halbdurchlässigen Spiegel in zwei senkrecht zueinanderstehende Richtungen aufgeteilt und wieder zusammengefügt wird, würde dann im Idealfall folgende Situation eintreten: Der eine Teil des Strahles verläuft senkrecht zu der Flugrichtung der Erde, erfährt also keine Beschleunigung oder Abbremsung. Der andere Teil des Strahles aber fliegt nun gegen oder mit der Flugrichtung der Erde. Damit müsste dieser zweite Strahl langsamer oder schneller wie der zur Seite hin abgelenkte Strahl sein.

Im Prinzip spielt es keine Rolle, wie genau die beiden Strahlrichtungen innerhalb der Erdbewegung liegen. Es muss immer einen Strahlteil geben, welcher eine unterschiedliche Geschwindigkeit hat als der andere Strahlteil.
Diesen Geschwindigkeitsunterschied könnte man daran erkennen, dass beide Strahlen dort, wo sie wieder zusammen treffen, ein Interferenzmuster (Ein Interferenzmuster muss fast immer geben, da die Lauflängen unterschiedlich sind und deshalb die Lichtwellen zu einer unterschiedlichen Zeit am Schirm auftreffen) erzeugen.

Nun kommt der eigentliche Gedanke des Experimentes.
Michelson sagte sich, dass sich dieses Interferenzmuster ändern muss, wenn die Tafel, auf der die Objekte (Laser, Spiegel,…) aufgebaut sind, um 90 Grad gedreht wird. Denn dann würden beide Strahlhälften in einer anderen Lage zur Erdbewegung liegen, also jeweils eine andere Beschleunigung (Abbremsung) durch den Äther erhalten. Damit, also im Fall einer Änderung des Interferenzmusters wäre dann nachgewiesen, dass es einen Stoff (Äther) gibt, welcher auf das Licht einen Einfluss hat.
Das Ergebnis war, dass, gleich wie die Anordnung gedreht wurde, das Interferenzmuster immer gleich bleibt. Damit war bewiesen, dass es einen Äther nicht geben kann.

((Bild 88))
Die Erde bewegt sich im Raum. Gäbe es irgendein Trägermedium (in unserem Fall einen Äther der vierten Dimension, dann müsste sich bei einer Drehung der Versuchsanordnung das Interferenzmuster ändern.

Soweit das Experiment.

Es gibt nun zwei Bereiche dieses Experimentes, welche wir im folgenden kritisch hinterfragen wollen.

1. Kritikpunkt

Michelson geht in seinem Experiment davon aus, dass der Äther ein Teil unseres dreidimensionalen Raumes ist.
Es könnte jedoch sein, dass die Annahme, welche wir unserem Modell von Zeit und Gravitation zugrunde legen, Ätherteilchen innerhalb des höherdimensionalen Raumes voraussetzt.
Dieser Äther der vermutlich vierten Dimension kann auf unseren dreidimensionalen Raum nur dort eine Wirkung haben, wo die Ätherteilchen mit unserer Materie „von oben“, aus der vierten Dimension, kollidieren.
Das Experiment hinterfragt den höherdimensionalen Äther nicht. Es geht nur von der Voraussetzung eines dreidimensionalen Äthers aus. Damit aber wäre der Nachweis unvollständig.

2. Kritikpunkt

Sehr wahrscheinlich wird bei dem Experiment der mögliche Fehler gemacht, dass die gesuchte Wirkung aus der Beschleunigung in oder gegen die Flugrichtung der Erde nur in einer Richtung berücksichtigt ist. Es fehlt die Gegenkomponente.
Anders gesagt: Der Strahl bewegt sich in Flugrichtung der Erde UND anschließend in einem anderen Winkel GEGEN die gleiche Flugrichtung. Damit aber würde sich ergeben, dass die Summe der Beschleunigung (positiv oder negativ) eines jeden Lichtstrahls am Ende des Weges immer gleich bleibt. Damit heben sich die Unterschiede auf mit der Folge, dass jeder Strahl, gleichgültig in welche Richtung er fliegt, keinen Laufunterschied ergeben kann.

Bild 89
Beschreibung: Der Strahl a teilt sich in einen Teilstrahl b und c auf. (1) und (2) sind die beiden unterschiedlichen Flugrichtungen der Erde, diese werden jeweils in eine x- und y-Komponente aufgeteilt. S1 ist ein halbdurchlässiger Spiegel, S2 und S3 sind reflektierende Spiegel, S4 ist der Schirm, welcher den Laserstrahl abbildet.

Bringen wir die Bewegungsrichtung der Erde in den Verlauf des Laserstrahles rechnerisch mit ein, so können wir den Verlauf des Laserlichtes wie folgt beschreiben:

Strecke a: Diese ist nicht relevant, da das Licht noch nicht geteilt ist.
Strecke b1: Hier verläuft der Lichtstrahl wie folgt: Nach oben erhält dieser eine Beschleunigung von y1 und beim Rücklauf eine „Abbremsung“ von y1.

Strecke c1: Der Lichtstrahl läuft durch den halbdurchlässigen Spiegel, wird mit x1 beschleunigt und beim Rücklauf um x1 abgebremst.

Strecke b2 und c2: Beide Lichtstrahlen verlaufen gemeinsam und werden von y1 gemeinsam abgebremst.
Rechnerisch können wir den Verlauf der Lichtstrahlen wie folgt definieren:

Lichtstrahl b: b1 + y1 + b1 – y1 + b2 – y2
→ 2*b1 + b2 – y2

Lichtstrahl c: c1 – x1 + c1 + x1 + c2 – y2
→ 2*c1 + c2 – y2

Damit haben wir zwei wichtige, sehr wahrscheinliche Erkenntnisse:

Im ersten Abschnitt haben sich bei den Strahlteilen b1 und c1 die Komponente aus der Erdbewegung aufgehoben.
Das bedeutet, die Erdbewegung spielt keine Rolle, es ist gleichgültig, wie groß die Geschwindigkeit der Erde ist.
Zum zweiten sehen wir, dass die y2-Komponente der Erdbewegung den Lichtstrahl beeinflussen könnte, aber wir sehen auch, dass diese Beeinflussung BEIDE Lichtstrahlen gleichzeitig betrifft.
Beide Strahlen verlaufen also, gleich welche Erdgeschwindigkeit vorhanden ist, gleich und kommen auch zur selben Zeit am Schirm S4 an. Der in der Interferenz sichtbare Laufzeitunterschied würde sich damit aufgrund der unterschiedlichen Längen von S1-S2 und S1-S3 begründen lassen.

Damit würde sich zusammengefasst – und falls diese Überlegungen stimmen, folgende Erkenntnis ergeben:
Es ist gleichgültig, wie sich die Testanordnung mit der Erde bewegt, es erhalten immer beide Strahlen den gleichen Anteil an der Erdbeschleunigung. Ein unterschiedliches Laufverhalten aufgrund der Erdbewegung ist nicht möglich.

Es gibt jedoch eine Einschränkung. Bei dem Bild sind bewusst die Lauflängen von b und c unterschiedlich lang gewählt, nicht wie bei der Versuchsanordnung, welche dem Lichtstrahl gleiche Längen zuweist. Aus dem folgenden Grund, weil bei der sehr kleinen Wellenlänge des Lichtes es nur sehr schwer möglich ist, in allen Abschnitten die gleiche Weglänge zu erreichen. Dies ist auch nicht, wie hier gezeigt, notwendig.
Die unterschiedlichen Weglängen von b und c (der Lichtstrahl c ist länger als der Lichtstrahl b, erhält also auch eine längere Addition oder Subtraktion einer möglichen Erdbewegung.

Damit ergibt sich eine unterschiedliche Lauflänge beider Lichtstrahlenteile. Damit wäre erklärbar, warum trotz scheinbar wirkungsloser Erdbewegung ein Interferenzmuster erscheint. Dieses gründet sich auf die unterschiedlichen Weglängen von b und c, haben aber (sehr wahrscheinlich) nichts mit einer Erdbewegung zu tun.

Weitergehende Diskussionsgrundlagen im Buch: „Neue Theologie Physik Indizien Experimente“
Trailer zum Buch: https://youtu.be/JWR_aD6JgRQ
Webpräsenz des Projektes: https://www.platon-projekt.net

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