Der Fluss der Zeit

Der Fluß der Zeit

((Entnommen dem Buch: „Keine Angst vor dem Sterben“))

 

Die Fragestellung

Um uns dem Denken der Philosophie und Wissenschaft auf eine ungewöhnliche Weise zu nähern, soll hier eine vielleicht skurrile Fragestellung gewählt werden, welche jedoch zu einem verblüffenden Ergebnis führen wird.

Die Frage ist, ob die Zeit „normal“, von der geschehenen Vergangenheit über das Jetzt in eine noch ungewisse Zukunft verläuft.

Für jeden von uns steht außer Zweifel, dass wir in einer Raum-Zeit-Welt leben, deren Zeit-„Achse“ wie folgt verläuft:

Aus der Vergangenheit kommend,
im jetzigen Ist-Zustand seiend,
in eine Zukunft hinbewegend.

 

Nun wollen wir die – sicherlich absurde – Frage erörtern:
Könnte es nicht sein, dass wir aus einer bereits erfolgten Zukunft kommend, uns quasi im Zeitstrahl rückwärts bewegend, in die noch vage Vergangenheit gelangen werden?
Natürlich wird jeder ohne Zögern die Feststellung treffen, dass wir ja wissen, was wir eben, oder gestern, oder vor längerer Zeit getan – erlebt – gespürt haben, und deshalb eine solche Annahme ohne jeden Zweifel falsch sei.

Sicherlich, wir haben unsere Erinnerungen zu den Erlebnissen und Tatsachen aus der Vergangenheit, und wir wissen um die nicht bestimmbare Möglichkeit einer Entwicklung der Zukunft.

Natürlich könnten wir an dieser Stelle alles, auch unsere Existenz in Zweifel ziehen.
Wir könnten sagen, dass ALLES, also Vergangenheit UND Zukunft, nur in unserer Vorstellung existieren, ja, selbst den augenblicklichen IST-Zustand könnten wir nicht definieren, denn jeder Bruchteil einer Zeiteinheit ist ja bereits Vergangenheit und gleichzeitig Zukunft (Siehe dazu im Buch „Neue Theologie Physik Indizien Experimente“ und als Video auf dieser Webseite ein einfaches Experiment, welches mit einer großen Wahrscheinlichkeit zeigt, dass wir nicht in einer Realität leben). Eigentlich gäbe es keinen zeitlichen Ist-Zustand. Ein solcher Gedankengang wäre sicherlich eine interessante Grundlage für eine Betrachtung zu anderen Fragestellungen.

Aber so einfach wollen wir es uns in Bezug auf die Frage:

Reisen wir von der Vergangenheit in die Zukunft oder von der Zukunft in die Vergangenheit,

nicht machen.

Adam

Wir wollen nun einen der Mechanismen der Philosophie in die Diskussion einbringen. Wir erschaffen dazu eine virtuelle Person mit bestimmten Eigenschaften, welcher wir dann die Fragestellung (eventuell) beantworten lassen können (Siehe dazu als Beispiel im Buch: „Neue Theologie Physik Indizien Experimente“ die Diskussion von Plattwesen auf der Oberfläche eines Ballons zur Erkenntnis der Ausdehnung in einem höherdimensionalen Raum).

Diese jetzt geplante virtuelle Person unterscheidet sich von uns im Grunde genommen überhaupt nicht. Wir wollen ihr lediglich eine Eigenschaft verleihen, über welche wir Menschen nicht verfügen. Wir legen fest, dass diese virtuelle Person über die Fähigkeit verfügt, in dem Bruchteil der Zeit, in welchen wir diese Person stellen wollen, diese ALLES weiß, was in diesem Augenblick IST. Wir wollen dieser Person auch einen Namen geben und nennen sie einfach: Adam = Mensch.

Adam lebt also in diesem winzigsten Bruchteil einer überhaupt möglichen Zeiteinheit zwischen der Vergangenheit und der Zukunft, im Ist und Jetzt, und weiß alles über den AKTUELLEN, gerade stattfindenden Zustand seines Seins. Adam kann jedes Molekül des Windes sehen, jedes Steinchen auf dem Weg, auf welchem er gerade steht, weiß über jedes Teilchen der Sonne Bescheid, die gerade eine Protuberanz in den Weltraum schleudert, sieht gerade den Flügelschlag eines Schmetterlings, kennt dessen Richtung, Geschwindigkeit, Masse, Bausteine….., Adam weiß ALLES, was gerade IST.

Was Adam aber nicht wissen kann, sind zwei Bereiche seiner winzigsten, kürzesten Existenz. Er weiß nicht und kann es ja auch nicht wissen, denn er lebt ja im JETZT, warum sich das Molekül X in die Richtung Y bewegt, denn diese Bewegung hat eine Ursache in der Vergangenheit, und diese kann Adam ja nicht kennen, denn Ursachen in der Vergangenheit sind im Ist und Jetzt nicht mehr existent, nur noch deren Wirkungen.
Bestenfalls in seiner „Erinnerung“ kann die Information sein, dass das Molekül X von einem anderen Molekül Z angestoßen wurde und sich deshalb im Ist gerade in einer bestimmten Richtung bewegt.

Weil Adam ein neugieriges Wesen ist, stellt er sich die Frage, ob er sich nun auf einem Weg von der Vergangenheit in die Zukunft befindet, oder ob er sich aus der Zukunft kommend in die Vergangenheit bewegt.

Und weil Adam ein kluges Wesen ist, sucht und findet er das entscheidende Kriterium, welches ihm diese Frage beantworten könnte.
Er sagt sich: Eine Antwort darauf finde ich, wenn ich Folgendes untersuche: Welcher Bereich, ob Zukunft oder Vergangenheit, ist unverrückbar fest, und welcher ist nicht fest, nicht determinierbar. Wenn ich dies herausfinde, so weiß ich, von wo auf dem Zeitstrahl ich herkomme und wohin ich gehen werden. Denn das, was fixiert ist, muss geschehen sein, wogegen das, was unbestimmt ist, erst noch geschehen wird.

Hier an dieser Stelle werden manche (wohl alle) sagen, damit ist es ja geklärt. Die Vergangenheit ist fest, abgeschlossen, bestimmbar, und die Zukunft ist in ihrer möglichen Entwicklung offen. Also alles klar, wir kommen aus der Vergangenheit und bewegen uns in die Zukunft.

Nicht so eilig, lieber Leser, wie wir gleich sehen werden.

Aus der Zukunft kommend

Betrachten wir mit den Augen von Adam die Szenerie, in der er sich gerade aufhält. Eben fährt ein großer amerikanischer Straßenkreuzer vorbei, und mit seinen Reifen quetscht er ein Steinchen auf der Straße aus dessen Ruhelage und schleudert es in Richtung eines zweiten Steinchens, welches getroffen eine halbe Drehung macht und sich mit der noch taunassen Seite nach oben drehen wird.
Adam weiß in diesem Augenblick alles, auch alles zu dem Detail des fliegenden Steinchens. Zwar wurde das Steinchen von dem Reifen des amerikanischen Straßenkreuzer in Bewegung gesetzt, aber das kann Adam ja nicht wissen. Er lebt ja nur für den Bruchteil einer Sekunde im IST, kennt dieses Steinchen, weiß dessen Masse, dessen Form, dessen Flugbahn, eben alle physikalischen Komponenten, welche dieses Steinchen determinieren. Mit diesem Wissen ist Adam allmächtig. Denn er könnte nun genau errechnen, wohin dieses Steinchen fliegen wird, kann bestimmen, mit welcher Geschwindigkeit, Masse und Fläche dieses Steinchen wo und wie an welcher Stelle auftreffen wird. Und, er kann dann selbstverständlich auch sagen, wie sich das zweite Steinchen, das von dem ersten Steinchen in Kürze getroffen werden wird, hinbewegen muss und wie es dort reagieren wird.
Denn Adam kennt auch von diesem zweiten Steinchen, wie von allem in unserem Universum, alle aktuell und gerade seienden Daten.

Da Adam auch weiß, wie dieses zweite Steinchen reagieren wird, könnte er auch die weiteren Folgen exakt und fehlerfrei definieren.
Dass das zweite Steinchen gegen die Rinde eines Baumes fliegen wird, nachdem es sich gedreht hatte, lässt Adam sogar errechnen, wie tief der Eindruck in die Rinde ist, welche Form dieser Eindruck hat, welche Folgen sich daraus ergeben, und so weiter.

Adam ist, wenn wir die Voraussetzung der Allwissenheit im IST annehmen, in der Lage, von allen Ereignissen, da er alle Ursachen im IST feststellen kann, exakt zu sagen, wann und wie sie eintreten werden. Er hat nicht den Hauch einer Chance, irgendetwas Falsches festzustellen. Alleine das Wissen um die Ursachen im IST zeigt, dass die Zukunft bestimmbar, berechenbar und damit unverrückbar fest ist. (An dieser Stelle wäre es interessant, die Frage zur Wirkung einer möglichen Entscheidung des Menschen oder auch Gottes zu betrachten. Siehe dazu im Buch: „Neue Theologie Physik Indizien Experimente“ die Betrachtungen zur Theodizee und zu einem Experiment, welches die Existenz der eigenen Seele in einer höheren Dimension annehmen lässt).

Adam lernt also, dass die Kenntnis der URSACHE im IST für den Menschen das Rätsel der Unbestimmtheit der Zukunft löst und damit zeigt, das Zukunft bestimmbar und damit fixiert ist.

Aus der Vergangenheit kommend

Aber Adam wäre kein intelligentes Wesen, wenn er nicht die Frage der Vergangenheit stellen würde. Denn würde es sich herausstellen, dass die Vergangenheit ebenso feststehend ist wie die Zukunft, so wäre doch nur eine einzige Antwort auf unser Leben, unsere Zeit möglich. Das hieße dann nämlich, dass, wenn Vergangenheit UND Zukunft feststehend sind, es in letzter Konsequenz gar kein IST geben dürfte. Oder, noch schrecklicher, das IST wäre dann ein statischer Zustand, welcher für alle Zeiten, alle Ewigkeit unbeweglich zwischen dem Ende der Vergangenheit und dem Beginn der Zukunft ruhen würde.

Ein solcher Ansatz aber würde bedeuten, dass unsere Gedanken, unsere Erinnerung, unsere Planung und Hoffnung, null und nichtig wären. Es würde dann nichts mehr geben, kein Sein, keine Existenz. Wir wären nur ein winziger Gedanke in einer endlosen Ewigkeit. Und wir würden es nicht einmal merken, denn nur noch über unsere Illusion würde uns Vergangenheit und Zukunft vorgegaukelt sein.
Wir würden wie ein Zeitmolekül zwischen zwei magnetischen Polen gefangen sein.

Da diese Erkenntnis eigentlich das Ende der Existenz bedeuten würde, legt nun Adam all seine Hoffnungen in die mögliche Erkenntnis zur Vergangenheit. Er versucht, mit seinem Wissen, seinem allmächtigen Wissen, welches alles im IST weiß, die Vergangenheit zu bestimmen.

Und er stellt fest, dass er zwar aus jeder Ursache im IST, die er natürlich kennt (und er kennt aufgrund der Definition des Adams alle), exakt die Wirkungen in die gesamte Zukunft berechnen und bestimmen kann, es aber ihm unmöglich ist, aus diesen bekannten Wirkungen aus der Zukunft zurück auf die Ursachen in der Vergangenheit schließen zu können.

Als Bild betrachtet: Adam ist es unmöglich, aus der Lage des Steines, welcher vom Reifen des amerikanischen Straßenkreuzers weggeschleudert wurde, zu BESTIMMEN, wie dieser Stein in die aktuelle IST-Lage kommen konnte. Dieser Stein kann von einem anderen Fahrzeug hergeschleudert worden sein, vielleicht hat ein Kind vor Jahren diesen Stein auf die Straße geworfen, …. Milliarden von Möglichkeiten könnten geschehen sein. Aber eine exakte, wissenschaftliche Bestimmung aus dem IST heraus kann nicht zeigen, wie die Vergangenheit war.

Adam entdeckt jetzt das Geheimnis des Zeitverlaufes. Mit dem Wissen im IST zeigt sich, dass die Zukunft absolut genau bestimmbar ist, die Vergangenheit absolut unbestimmbar bleibt.

Adam könnte zwar zu manchen Fragen die „Erinnerung“ als Sicherheit der bereits geschehenen Vergangenheit hernehmen, jedoch kann es wissenschaftlich im IST, und nur im IST sind wir im Augenblick existent, keine Beweisbarkeit zur Vergangenheit geben.

Lediglich die Zukunft ist FESTSTEHEND.

Und nun hat Adam die entscheidende Erkenntnis: Das, was FEST ist, ist ein Beweis, dass es bereits geschehen ist. Das, was unbestimmbar ist, ist der Beweis, dass es noch nicht geschehen sein kann.

Erinnerung als Beweis für Ursache und Wirkung

Auch wenn Adam sich sagt, meine Erinnerung aber zeigt doch, dass die Vergangenheit geschehen ist, so wird Adam auch diesen nun neuen Widerspruch zu lösen versuchen. Denn, wie wir wissen, ist Adam ja im Bezug auf das IST allwissend. Und so greift nun Adam in den Bereich seines Gehirnes ein und entdeckt, dass auch die Erinnerungen nichts anderes sind als URSACHEN und WIRKUNGen im IST.
Er sieht den Stromimpuls, welcher gerade von einer Verzweigung seiner Gehirnzelle zum nächsten Bereich im Gehirn unterwegs ist. Dort ankommend wird der Impuls mit einer bestimmten Masse, Bewegung, Stärke auf den neuen Bereich auftreffen, Reaktionen hervorrufen und dem Bewusstsein die Erinnerung einer vergangenen (gedachten) Ursache als Vorstellung bzw. als energetischer Impuls uns Vergangenheit suggerieren.

Resumée

Adam zieht also den einzig möglichen Schluss aus diesen Überlegungen: Er erkennt, dass er auf einem Zeitstrahl lebt, welcher sich aus der sicheren und beweisbaren vergangenen Zukunft kommend in die zukünftige und nur vage oder nicht beweisbare Vergangenheit bewegt.
Lediglich die Frage, warum er aber dann „glaubt“, aus der Vergangenheit in die Zukunft zu reisen, kann Adam nicht beantworten. Er hebt sich diese Frage für einen späteren Zeitpunkt auf.

 

Weitergehende Diskussionsgrundlagen im Buch: „Neue Theologie Physik Indizien Experimente“
Trailer zum Buch: https://youtu.be/JWR_aD6JgRQ
Webpräsenz des Projektes: https://www.platon-projekt.net

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