Renaissance der christlichen Gemeinschaften

Vorwort

Im Folgenden werden ein paar Gedanken formuliert und zur Diskussion gestellt, welche dazu anregen möchten, eine Renaissance des christlichen Glaubens und christlicher Gemeinschaften möglich werden zu lassen.

 

Weshalb das Christentum?

Erster Gedanke, die Gleichheit der Religionen.

In unserer Welt gibt es eine Vielzahl von Religionen. Den meisten Religionen liegen Gedanken und Wirken von Menschen zugrunde, welche eine Vision einer Gesellschaft unter einem gemeinsamen Glauben als verbindendes Element gesehen haben und ihren Lebensweg die Verbreitung dieser Vision zugrunde legten. Diese Menschen mit einer besonderen Kraft, Fähigkeit und Charisma kann man als Menschen sehen, welche über eine vielleicht einzigartige Fähigkeit verfügten, nämlich über eine besondere Form der Kommunikation mit dem Sein oder der Welt Gottes (Eine Erkenntnis Platons ist, dass alles, was Menschen erkennen, erfinden, neu entdecken, bereits „irgendwie“ (er meinte damit aus der jenseitigen Welt) vorhanden sein muss und von besonderen Menschen über eine besondere Kommunikationsfähigkeit mit der anderen Welt gesehen werden könnte).
Ein weiteres Argument finden wir in dem Gedanken, dass offensichtlich die meisten Religionen zu unterschiedlichen Zeiten entstanden. Damit könnte man den Schluss wagen, dass vielleicht die Gründungen von Religionen aus dem Wirken eines allen Religionen gemeinsamen Gottes entstanden sein könnten. Vielleicht gab es zu dem Zeitpunkt der Entstehung einer Religion Entwicklungen innerhalb der Menschheit, welchen durch ein Einwirken Gottes oder allgemein aus der anderen Welt eine „Richtungsänderung“ notwendig werden ließ.

Aus diesen zwei Gedanken, einmal die sehr wahrscheinliche besondere Kommunikation mit der Welt Gottes und dem offensichtlichen Einwirken Gottes zu unterschiedlichen Zeiten in der Geschichte der Menschheit lässt sich folgern, dass allen Religionen eine gemeinsame Kraft zugrunde liegen könnte. Und damit würden alle Religionen den gleichen Grund ihrer Entstehung, die gleiche Herkunft, und somit den gleichen Wert enthalten.

Zweiter Gedanke, das Christentum

Es ist unbestreitbar, dass das Christentum derzeit einen Niedergang erlebt (Über die möglichen Ursachen werden ein paar Gedanken in einem weiteren Kapitel formuliert).
Nun könnte man sich fragen, warum also sollte man gegen den Niedergang dieses Religionsgedankens etwas tun? Gab es nicht in der Geschichte der Menschheit Religionen, welche entstanden, vergingen, und andere Religionen traten an deren Stelle? Ist es nicht ein vielleicht natürlicher Ablauf in unserem Dasein, dass Neues das Alte ersetzt? Verfügen nicht andere Religionen über Wissen, über Weisheit, über Erkenntnisse, über Vorstellungen, unser Dasein Welt Gottes anzunähern?

Man muss diesen Gedanken erstmal bejahen, da eine Bevorzugung einer Religion die Abwertung der anderen Religionen unmittelbar nach sich zieht.

Auf der anderen Seite aber ist es so, dass mit einer doch nicht geringen Wahrscheinlichkeit keine Religion über die vollständige Weisheit Gottes oder das vollständige Wissen aus der anderen Welt verfügen kann (Im Buch: „Neue Theologie Physik Indizien Experimente“ diskutieren wir die Frage, ob es einem Menschen möglich sein könnte, das gesamte Wissen Gottes von Gott zu erhalten, zu verstehen, weiterzugeben? Und ob dieses Wissen temporär oder für alle Zeiten gültig sein kann), jedoch es durchaus möglich wäre, dass in jeder Religion ein Teil des vollständigen Wortes Gottes enthalten sein könnte.

Deshalb kann man die These wagen, dass der Erhalt aller Religionen in der Summe Kenntnisse über das Gotteswissen erhält, und damit der Verlust einer Religion den Verlust eines Teiles des Gotteswissens bedeutet.

Diese Überlegung macht es notwendig und sinnvoll, dem Niedergang des christlichen Glaubens etwas entgegenzustellen und den Erhalt des christlichen Gedankens zu unterstützen.

Um dazu einen kleinen Schritt gehen zu können, werden im folgenden Argumente für den Erhalt des Christentums (unvollständig) zum Ansatz gebracht und, darüber hinaus, ein Weg zur Diskussion gestellt, wie eine Renaissance, also eine Wiedergeburt des christlichen Glaubens möglich werden könnte.
Es darf dabei nicht unerwähnt bleiben, dass die folgenden Diskussionsgrundlagen zwar für die christlichen Religionen beschrieben sind, aber diese Grundlagen für alle Religionen angewandt werden können.

Dritter Gedanke, was macht den christlichen Glauben erhaltenswert

Wie wir gesehen haben, hat jede Religion ihr eigenes Wissen, ihre eigenen Besonderheiten, ihre eigenen Wege zu einer Welt Gottes. Daraus lässt sich die Erkenntnis folgern, dass das Christentum ebenfalls über Besonderheiten, eigenes Wissen und eigene Wege zur Welt Gottes besitzt.
Das, was also den christlichen Glauben so besonders und damit erhaltenswert macht, soll in einigen wenigen und sicherlich unvollständigen Stichpunkten in Erinnerung gerufen werden.

Religion und Wissenschaft

Das Christentum ist eine Religion, welche Wissenschaft und Forschung gefördert hat und somit einen deutlichen Beitrag zur Entwicklung der Menschheit ermöglicht hat.
Es ist nicht zu bestreiten, dass ein großer Teil der wissenschaftlichen und technischen Erkenntnisse, welche zum Fortschritt der Welt beitrugen, durch das Christentum ermöglicht wurden (Der heutige „Beweis“, dass die „Kirche“ wissenschaftsfeindlich war, nämlich die Verurteilung von Galileo („…und sie bewegt sich doch…“), entspricht mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit nicht den Tatsachen. Nach meiner Kenntnis wurde Galileo nicht für seine Aussage, dass das geozentrische Weltbild nicht stimmen kann, verurteilt, sondern weil er eine Vereinbarung mit der Kirche nicht eingehalten hat, was zeigt, dass die Kirche die Forschung zu wissenschaftlichen Erkenntnissen förderte).

Phänomene

Es finden sich im christlichen Zusammenhang Phänomene, welche bis heute unerklärlich sind.
Ein dazu bemerkenswerter Bereich findet sich in den wissenschaftlich untersuchten Wundern der Fleischwerdung einer Hostie. Dabei wandelten sich Hostien, welche nach dem Glauben der katholischen Kirche den tatsächlichen Leib Christi enthalten sollen, zu Blut und Herzfleisch. Dies scheint wissenschaftlich bestätigt zu sein, und darüber hinaus sollen genetische Untersuchungen ergeben haben, dass dieses neu entstandene Fleisch nicht von irdischem Fleisch abstammen (Siehe dazu Vorträge von M. Hesemann und weitere Quellen (Egger,…)) kann.
In diesem Zusammenhang sollen auch die Wunder der Blutverflüssigung nicht unerwähnt bleiben.

Insgesamt zeigt sich, dass es im Zusammenhang mit christlichem Wirken eine Vielzahl von unerklärlichen Ereignissen gibt, welche trotz wissenschaftlicher Untersuchung keine natürliche Erklärung haben und somit ein göttlicher oder jenseitiger Bezug nicht ausgeschlossen werden kann.

Prophezeiungen

Prophezeiungen, welche unter dem Einfluss des Christentums entstanden, zeigen oftmals durch ihre besondere Deutlichkeit und relativ hohe „Trefferquote“, dass diese Menschen, vielleicht gerade weil sie dem christlichen Glauben nahestanden, einer besonderen Kommunikation mit der anderen Welt fähig schienen.

Der Islam

Der Islam, als mit eine der großen Glaubensgemeinschaften der Welt, sieht seine Zukunft in der Wiederkehr Jesu Christi (Siehe Hadithen (Hadith Bukhari) und weitere Schriften des Islam zum Thema Jesus Christus), auch wenn es in unseren Zeiten einen deutlichen Konflikt zwischen Christen und Muslimen gibt (Im Buch: „Neue Theologie Physik Indizien Experimente“ wird eine Antwort und Lösung zu dieser Frage zur Diskussion gestellt). Jedoch vielleicht weil, oder vielleicht gerade deshalb, weil der Islam in Christus einen Heilsbringer sieht, dürfen wir nicht nur die Verfolgungen der Christen thematisieren, sondern auch sehen, dass Ayatollah Khamenei als oberster Führer des Iran den dortigen Christen für deren Unterstützung im Krieg in Syrien gedankt hat und sich mit der Mutter eines getöteten christlichen Soldaten und einem Weihnachtsbaum abbilden ließ (Ein kaum bekanntes Beispiel, widerspricht es doch den Ideologien unserer Welt, alles nur in schwarz oder weiß sehen zu wollen).

Das Opfer Christi

Jesus Christus ist der wohl einzige bekannte Religionsgründer, welcher mit einer hohen Wahrscheinlichkeit bewusst in den Tod ging (Ein Zusammenhang zwischen dem Sterben und möglicher Wirkungen im Augenblick des Sterbens durch entstehende Kräfte ist heute noch nicht erforscht, könnte aber zu neuen Erkenntnissen führen) und der sich mit einer großen Wahrscheinlichkeit selbst als direkten Sohn Gottes (Vielleicht ist diese Aussage ein Hinweis, dass wir alle direkt von Gott stammen könnten) bezeichnet.

Liturgie nach den ursprünglichen Religionen

Die Liturgie und das Sakrale im Christentum geht auf die ersten Religionen zurück. Nicht wenig von dem, was wir heute als christliche Liturgie bezeichnen, entstammt früheren, bereits versunkenen Religionen (Vor allem aus der sumerischen Religion sind Handlungen und sogar Kleidung übernommen. Überlieferungen, auch im AT stammen leicht verändert ebenso aus früheren Religionen, nicht nur aus dem Sumerischen, sondern auch aus beispielsweise ägyptischen und persischen Überlieferungen). Damit gründen sich christliche Grundlagen und Werte auf längst vergangene Kulturen. Es besteht damit die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Grundlagen christliche Religion über uns heute unbekannte Handlungen und Kräfte definiert und sich so, durchaus wahrscheinlich, als eine direkte Linie einer „Ur-Religion“, vielleicht auch unbewusst, definieren könnte.

Eine mögliche Ursache des Niederganges der christlichen Religion

Eine Verhaltensweise von uns Menschen ist es, unerklärlichen oder unerwünschten Veränderungen ein Feindbild zuzuordnen.
Ein solches Verhalten ist eine menschliche Eigenschaft, und sie dient vermutlich dazu, einem nicht fassbaren Vorgang (hier: dem Niedergang des Christentums) ein greifbares Subjekt zuzuordnen. Der oftmalige Grund für ein solches Verhalten: Damit wird die bisher nicht definierbare „Gefahr“ zu einem definierbaren Objekt und kann damit real wahrgenommen werden.

Leider aber ist es so, dass diese eigentlich menschlich sinnvolle Eigenschaft auch „benutzt“ werden kann. Mit dem Erzeugen unterschiedlichster „Feindbilder“ kann erfolgreich eine Spaltung der Gesellschaft gestartet werden, eine Spaltung nicht nur in Befürworter und Gegner der jeweiligen Projektion, sondern, und das ist das eigentlich Negative daran, die Gesellschaft spaltet sich auch innerhalb der eigenen Gruppe mit der Schaffung unterschiedlich möglicher „Feindbilder“. Das kann sogar soweit führen, dass die „Bekämpfung“ der Anhänger des dem eigenen Lager ähnlichen Lagers wichtiger ist als die Bekämpfung des eigentlichen „gegnerischen“ Feindes (Ein schönes Beispiel dieser These zeigt uns der Film: „Das Leben des Brian“, in welchem dem Protagonisten der „palästinensischen Befreiungsfront“ der Kampf gegen die „Befreiungsfront von Palästina“ (so ähnlich, aus meiner Erinnerung) wichtiger war als der Kampf gegen die eigentlichen Unterdrücker).
Und so haben wir heute eine Vielzahl von Feindbildern, mit welchen das eigentlich Unfassbare, dem Niedergang der christlichen Religion, nicht zu einer Einigung der Christen führt, sondern in zum Teil erbitterte Ablehnung der „Nebenchristen“ führt.

Je nachdem, welches Feindbild bemüht wird, die Wirkung entfaltet sich in dem Aktion, hauptsächlich die Menschen der eigenen Religion zu bekämpfen.
Doch für den Erhalt der Dauerhaftigkeit der christlichen Religion, und damit für die Wiedergewinnung einer humanen Gesellschaft (Erst in einer humanen Gesellschaft kann sich der Mensch seinem eigentlichen Ziel, den Sinn des Lebens zu erforschen und dann dem Sinn des Lebens zu dienen, wieder nähern. Eine gespaltene Gesellschaft vergeudet ihre Kraft nur im Kampf gegen das jeweils Andere) wäre es sehr wahrscheinlich sinnvoller, den echten und wissenschaftlichen Dialog zu suchen.

Dass die heutigen Feindbilder mit einer großen Wahrscheinlichkeit nur Fata morganas sind, und worin wir die mit einer großen Wahrscheinlichkeit eigentlichen Ursachen des Niederganges zu suchen haben, soll im Folgenden gezeigt werden.
Blicken wir zurück, als das Christentum in Blüte stand. Ein christliches Leben zu führen, war ideal, das Christentum war Teil der Gesellschaft geworden, stellte Ansehen und Sicherheit dar, und gab dem Menschen die Möglichkeit, in Zufriedenheit und Glück leben zu können.
Mit der Entwicklung zur Hochzeit des Christentums stand die Gesellschaft davor, sich über das Christentum zu einer echten humanen Gesellschaft weiterzuentwickeln.

Was waren damals die Grundpfeiler für den Status des Christentums in der Gesellschaft?
Das Christentum besaß die Hoheit über Wissenschaft und Lehre.
Das waren mit einer großen Wahrscheinlichkeit die beiden Faktoren, welche dem Christentum die Macht und die Fähigkeit gaben, diese Kraft zur Stellung in der Gesellschaft zu erhalten.

Nun geschah etwas Merkwürdiges. Irgendwann in der Vergangenheit entledigte sich die katholische Kirche (Vor den Zeiten der Reformation war die katholische Kirche die Vertreterin des christlichen Glaubens) dieser beiden Grundpfeiler, irgendwann ging der katholischen Kirche die Hoheit über Wissenschaft und Lehre verloren.
Die eigentliche Größe der Wissenschaft schrumpfte ein und übrig blieb eine Minimalwissenschaft, welche sich nur noch mit theologischen Fragen beschäftigte. Ebenso erging es der Lehre. Die Lehre, als die Bildung, wurde zum Niemandsland, und der Staat bemächtigte sich der freigewordenen Lehre. Und ebenso übernahm der Staat die freigewordenen Felder Forschung und Wissenschaft.
Damit aber begann, mit einer doch recht hohen Wahrscheinlichkeit, der eigentliche Niedergang des Christentums.

Soweit die Vorrede.

Im Folgenden wird nun ein möglicher Weg skizziert und zur Diskussion gestellt, über den es vielleicht möglich werden könnte, dass die Basis der christlichen Kirchen, die Gemeinschaften, welche heute nur noch rudimentär vorhanden sind, sich wieder organisieren und die Grundlagen schaffen, eine Renaissance der Kirchen in den Bereich des Möglichen zu stellen.

Der Weg zu einer Renaissance der christlichen Gemeinschaften

Das Aikidoprinzip

Das, was dem heutigen Menschen wichtig ist, ist nicht die Hinwendung zu einer Religion, sondern der Mensch ist gefangen in einer Welt, in welcher er nahezu ununterbrochen damit beschäftigt ist, zu überleben. Nicht nur die Männer müssen ihre Arbeitskraft (Die Arbeitskraft dient zum Erschaffen von Werten. Diese Werte landen meist in die Besitzsphäre der ohnehin schon reichen Elite. Deren Kunst besteht darin, sich diese Werte für einen minimalsten Kostenfaktor (Arbeit) anzueignen) billigst verkaufen, auch die Frauen sind nicht mehr davon ausgeschlossen, ebenfalls in den Abwehrkampf gegen den eigenen Untergang und für das eigene Überleben einzutreten.
Die Kinder, welche zwangsläufig immer irgendwie entstehen, werden in diesem Überlebenskampf meist nur als störend empfunden, auch wenn die Liebe der Eltern diesem entgegenzuwirken versucht, und verlieren das Wichtigste ihrer Entwicklung, die Liebe und Nestwärme der Eltern.

Diese Welt, in welcher der Mensch fast ausschließlich um das eigene Überleben kämpfen muss, ist so bestimmend für die Menschen geworden, dass sie sich sogar ehemaliger Werte wie Ehre, Treue, Brüderlichkeit, Freiheit, Selbstbestimmung und letzten Endes auch Religion entledigen (Für Ehre kann man sich nichts kaufen); und nicht nur das, sondern dieses Elend des Zwanges zu überleben bringt die Menschen dazu, sich mit allen Mitteln, auch Betrug und Falschheit, jeden möglichen Vorteil zu verschaffen.

Damit kommen wir zu dem, vielleicht einzigen Weg, diesen Zustand zu ändern.

Der Weg des Aikido

Was ist Aikido?

Aikido ist eine Kampftechnik, welche nicht einer gegnerischen Kraft die eigene Kraft oder die eigene Schlagtechnik entgegensetzen möchte, sondern der Aikido-Kämpfer übernimmt den Schwung des gegnerischen Angriffes, verstärkt diesen, leitet damit die Kraft des Angriffes über das Ziel hinaus und bringt damit den Gegner durch dessen eigene Kraft zu Fall.

Genau dieses Prinzip könnte die Grundlage für eine Renaissance der christlichen Gemeinschaften werden.

In vivo

Damit wir das Prinzip des Aikido nutzen können, sollten wir diese „Angriffskraft“ definieren lernen, welche die Gesellschaft in eine Gesellschaft verändert, in welcher positive Werte, und damit humane-christliche Grundlagen nicht mehr zu gelten scheinen.

Diese Kraft ist leicht zu sehen. Es ist der Mangel an ausreichendem und einfach zu erreichenden Einkommen, das als Grundlage für ein Überleben und ein Überleben unter humanen Regeln notwendig ist.

Um das eigene Überleben und das Überleben der Familie sichern zu können, brauchen wir in unserem heutigen System eine sichere finanzielle Grundlage, nämlich das Geld. Und damit wir dieses Geld erhalten, müssen wir das einzige Kapital, das wir haben, unsere Arbeitskraft, vermarkten.
In früheren Zeiten (Gemeint ist der Bereich ab den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts) war dies möglich. Ein Mensch hatte nahezu immer die Chance, einen Beruf zu erlernen und einen Arbeitsplatz zu finden, in dem er nicht nur eine Bestätigung seines Daseins erhielt, sondern auch so gut entlohnt wurde, dass er beispielsweise als Familienvater seiner Familie ein sicheres Nest schaffen konnte und keine Ängste haben musste, dass das eigene Überleben und das Überleben der Familie gefährdet werden könnte.

Dies ist heute anders. Auf irgendeine Weise leben die Menschen heute in einem Zustand, in welchem sie sich auf teilweise mehrere Arbeitsplätze unter unwürdigen Umständen und, und das ist mit das Wichtige, für sehr wenig Geld verkaufen müssen. Ähnlich sich prostituierenden Menschen, die sich aus Not für das eigene Überleben bereit sind, jede erniedrigende Form von Leistung zu erbringen, um das eigene Überleben sichern zu können. Der daraus resultierende Lohn reicht meist nicht mehr für die Bezahlung eines Nestes und auch nicht für eine ausreichende Versorgung mit Essen und damit letztlich für irgendeine Form, etwas glücklich zu sein und vielleicht seinen Kindern etwas Glück geben zu können.

Der Mensch ist also sein Leben lang damit unter starkem Druck, wenigstens rudimentär überleben zu können.

Wenn in einer solchen Welt die Kirchen nicht sehen, dass es nicht ausreicht, den Menschen zu sagen: Betet, kehret um, stärkt euren Glauben, Christus ist die Lösung eurer Probleme, dann finden wir darin den falschen Ansatz, eine humane und christliche Welt wieder möglich werden zu lassen, und darin könnte eine der Erklärungen für den Niedergang der Religion sehen.

Was würde ein Aikido-Kämpfer machen?

Er würde die Kraft, welche ihn in dieser Situation gefangen hält, nicht dadurch abzuwehren zu versuchen, indem er dieser Kraft scheinbar wirkungsvolle Lösungen (Zu leben in einer christlichen Gesellschaft) entgegenstellt, sondern er würde sich dieser starken Angriffskraft bedienen, diese mit zusätzlichem Schwung weiterleiten und diese Bewegung zum eigentlichen Ziel führen.

Um das mit einer großen Wahrscheinlichkeit zu erreichen, wird im Folgenden ein Modell entworfen und zur Diskussion gestellt, das eine Renaissance der christlichen Gemeinschaften möglich werden lassen könnte.
Dieses Modell lässt sich auf einen Kern reduzieren: Erst die Grundlagen schaffen, damit den Menschen ein glückliches und zufriedenes Leben möglich werden könnte, dann den Menschen die Chance geben, an einer humanen, und damit christlichen Welt zu bauen und danach sich den Fragen zum Sinn des eigenen Daseins nähern zu können.

Der Weg

Es sollten die Ziele definiert werden.

Nicht mehr der Weg zur Religion ist als primäres Ziel zu sehen, sondern der Weg, den Menschen der eigenen Religionsgemeinschaft erst einmal wieder ein Leben in Zufriedenheit und damit in finanzieller Sicherheit zu ermöglichen.

Dieses grundsätzliche und erste Ziel ist es, die von der Kirche verlorenen Felder, Wirtschaft, Wissenschaft, Lehre wieder zu besetzen und damit die Grundlagen für das Ende von finanziellen Nöten zu ermöglichen und so eine neue Affinität (Der Wunsch des Menschen in der Gesellschaft, zur Kirche zugehörig zu sein) zur Kirche entstehen zu lassen.

Der Weg dazu ist einfach.

Der Pool

Menschen aus den kirchlichen Gemeinschaften gründen einen Pool, in welchem ein Grundstock an Kapital gesammelt wird. Es genügen einhundert Menschen je Kirche oder je Kirchenverband, von denen jeder einen Betrag von 10.000 Euro oder mehr (Die heutigen Kirchengemeinschaften bestehen zu einem Großteil aus Alten, Rentnern, also Menschen, die finanzielle Reserven haben und über Wissen zu handwerklichen und wirtschaftlichen Strukturen verfügen) in den Pool gibt. Damit ist eine Grundlage von mehr als einer Million Euro geschaffen.

Die so entstandene Gruppe sollte einen Verein, eine Stiftung oder eine andere rechtliche Grundlage für die neu entstandene Gemeinschaft schaffen. Es ist darüber nachzudenken, vielleicht zwei rechtsfähige Vereinigungen zu gründen, eine in einer gemeinnützigen Form, und eine zweite als wirtschaftliches Unternehmen (Damit würde ein möglicher Konflikt zwischen der Steuerfreiheit und der Gewinnmöglichkeit vermieden werden).

Dieses Grundkapital wird dafür verwendet, das Kapital zu vermehren.
Und dazu gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten. Einzelne Mitglieder, die schon in Rente sind, könnten handwerkliche Kleinunternehmen gründen, von Handwerk über Handel bis hin zu einem Imbissstand.
Ein wirtschaftlicher Erfolg hat aus folgendem Grund gute Chancen, da kaum Verwaltungskosten, kaum Personalkosten entstehen. Bei einem System, in welchem Menschen, die bereits in Rente sind, einen Teil des Gewinnes in die Gemeinschaft (Verein, Stiftung) überführen und mit einem nicht zu üppigen Selbstbehalt des Gewinnes zufrieden sind, ist ein Wettbewerbsvorteil gleichsam von Natur aus gegeben, was die Wahrscheinlichkeit des finanziellen Erfolges deutlich erhöht.

Der zweite Weg ist es, sich finanziell an anderen Firmen zu beteiligen. Diese Beteiligung sollte sich in der Hauptsache an regionalen Unternehmen orientieren (Damit schaffen wir eine gute Basis für das Ziel, Menschen finanzielle gute Grundlagen zu ermöglichen; mehr dazu in einem späteren Kapitel), möglichst Handwerk oder Handel.

Somit werden schon nach kurzer Zeit, vielleicht einem oder zwei Jahren, die Grundlagen der eigenen Gemeinschaft gefestigt.

Damit kommen wir zur zweiten Etappe:

Die Gründung einer Klostergemeinschaft

(Nicht unbedingt die Gründung eines realen Klosters, sondern eher eine virtuelle Gemeinschaft).

Da die Gemeinschaft finanziell unabhängiger geworden ist, könnte jetzt der nächste Schritt gegangen werden: Die Gemeinschaft beginnt, sich an der Form früherer Gemeinschaften zu orientieren. Es könnte jetzt eine ideelle Form einer Art Klostergemeinschaft erwachsen.
Es ist nicht zu vergleichen mit dem, was wir unter Kloster zu verstehen glauben, nämlich kontemplatives Leben in Stille und Hinwendung zu Gott.
Dieser neue Klostergedanke bedeutet, dass ein Ort geschaffen wird, über welchen sich alle Mitglieder der Gruppe als Gemeinschaft identifizieren können, vielleicht sogar dort temporär oder dauerhaft leben und wirken können.
Die Kosten dafür können minimal gehalten werden. Denn viele Kirchen haben Grund, Immobilien, Objekte, welche zum Festpunkt werden können. Und oft sind diese Objekte nicht im Besitz der Kirche, sondern im Besitz von Stiftungen oder Vereinen innerhalb der jeweiligen Kirche. Es findet sich sicherlich innerhalb der eigenen Kirchengemeinschaft oder des Kirchenverbandes eine dafür geeignete Immobilie, vielleicht ein Grundstück mit Gebäude in der Nähe oder auch außerhalb. Dieses Objekt lässt sich nun leicht zu einem günstigen Preis pachten, vielleicht sogar ohne Kosten, da das Ziel der Nutzung konform mit den Aufgaben der Kirche ist.

Nehmen wir für unser Beispiel an, dass ein Gebäude gepachtet (oder gekauft) werden kann.
Damit stehen nicht nur Räume für die Gemeinschaft (Es kann durchaus ins Auge gefasst werden, dass vielleicht Menschen dieser Gemeinschaft dort ein neues Zuhause finden) zur Verfügung, sondern auch für die künftige Lehre.
Es könnten nun Kurse angeboten werden, welche zur Weiterbildung der Interessenten beitragen.
Natürlich werden sich anfangs nur wenige Menschen finden, wenn diesen ein Angebot zur Weiterbildung gemacht wird.
Aber, und das ist das eigentliche Moment, welches es für jüngere Menschen erstrebenswert machen wird, an solchen Lehrveranstaltungen teilnehmen zu dürfen, wer daran teilgenommen hat, hat damit auch die Chance, einen guten Job mit gutem Verdienst und in guter Umgebung zu erhalten. Weil die Gemeinschaft ja mittlerweile selbst eigene handwerkliche Betriebe gegründet hat (Durch das Wissen der Alten und Rentner wird eine Subkultur des Handwerks und Handels geschaffen) und auch über Beteiligungen an Unternehmen verfügt.
Das heißt, wer diese Kursangebote wahrgenommen hat, der wird gerne über eine eigene Firma oder eine Firma, bei welcher die Gemeinschaft eine Beteiligung besitzt, einen Job und einen überdurchschnittlichen Lohn und einen relativ sicheren Arbeitsplatz erhalten. Alles Vorteile und gute Voraussetzungen, die Angst vor dem Überleben in die Chancen einer guten Zukunft zu wandeln.
Und wenn dann noch die Gruppe das, was christliches Leben ausmacht, nämlich auch Menschen zu integrieren, die nicht alle Aufgaben zu erfüllen in der Lage sind, dann könnte man dies schon als gelebtes Wirken der Religion erkennen.

Sicherlich wird das Angebot der Lehre anfänglich eher von Kindern oder Enkeln aus der Gemeinschaft wahrgenommen. Aber es wird sich innerhalb von kurzer Zeit soweit verändern, dass die Nachfrage nach Plätzen in den Kursen das Angebot übersteigen wird. Was wiederum die Affinität der (noch) fremden Menschen an die Mitgliedschaft in der christlichen Gruppe erhöhen wird.

Die Lehre

Die Besetzung der Felder der Lehre durch die kirchliche Gemeinschaft, also das Angebot an Kursen sollte die folgenden Eckdaten haben.

  1. Die Kurse sollten kein Ersatz für die eigentliche Lehre sein, nur als ergänzende und erweiternd gesehen werden.
  2. Die Kurse sollten das Niveau des allgemeinen Wissens erhöhen. Das bedeutet, dass die Kurse einmal Wissen zu unterschiedlichen Handwerksbereichen vermitteln, aber auch dem Teilnehmer Kenntnisse in Philosophie und Grundlagen der Geisteswissenschaften ermöglicht werden. Und, wenn möglich, auch Teilnahme und Bildung an vorhandenen Bereichen (Das können u.a. Mithilfe vom Gemüseanbau, Bienenzucht, Pflege und Arbeit in sozialen Bereichen sein) angeboten wird.
  3. Teil der Kurse sollte auch die Pflege des Sportes sein.
  4. Es sollte darüber nachgedacht werden, auf Prüfungen zwar nicht zu verzichten, damit die Motivation zum Behalten des Stoffes größer wird, aber ein Bestehen einer Prüfung sollte nicht Voraussetzung für den späteren Job sein. Denkbar sollte das Erreichen der vorgegebenen Anzahl der Teilnahmestunden als Qualifikation genügen.

Damit ergeben sich, und das dürfen wir nicht vergessen, weitere Chancen auf dem Arbeitsmarkt (Das ist kein schönes Wort, zeigt, dass Arbeit nicht als wertvolles Tun zur Bereicherung der Gesellschaft, sondern als „Feilbieten“ des eigenen Arbeitskörpers auf einem „Markt“ gesehen wird). Denn eine höhere Qualifikation und damit eine bessere soziale Kompetenz ermöglicht allgemein eine bessere Chance auf einen besseren Arbeitsplatz, durchaus möglich auch bei „Fremdfirmen“.

Mit der Einhaltung der vorigen Eckpunkte kann nun die Dauer eines Kurses und damit der Inhalt der einzelnen Kurse festgelegt werden. Es könnte darüber nachgedacht werden, dass zwar kleinere, kurze Kurse möglich sind, jedoch die Hauptkurse durchaus ein, zwei oder mehr Jahre betragen könnten, vielleicht jedes zweite Wochenende ein Jahr lang oder beispielsweise nur Abendkurse; wie auch immer, eine gut gelingende Praxis wird darüber entscheiden.

Zu den Kosten

Es sollte darüber nachgedacht werden, dass diese Kurse nur für die Mitglieder oder deren Familien (auch im weiteren Sinne vielleicht auch aus deren Freundeskreis) kostenlos ermöglicht werden, oder, alternativ, dass Kosten festgelegt werden (Um eine Ungleichheit von Mitgliedern aus der Gemeinschaft und „fremden“ Teilnehmern zu vermeiden), diese jedoch von der Gemeinschaft für die eigenen Kinder getragen werden und-oder als eine Art Darlehen gewährt werden. Für etwas bezahlen zu müssen, erhöht in jedem Fall die Motivation, zu lernen.

Der Bezug zur Religion

Unsere heutige Gesellschaft, die sich aus entwurzelten Menschen zusammensetzt und über die Illusion von erreichbarem Reichtum und Macht definiert, kann nicht dadurch menschlich werden, indem man eine heute machtlos gewordene Religion als Alternative und Ideal beschreibt.
Eine solche Gesellschaft kann auch nicht dadurch humaner gemacht werden, wenn Priester der Religion die Verhaltensweisen der entwurzelten Gesellschaft zu kopieren und so neue Mitglieder zu gewinnen versuchen.
Der Weg führt über die Sicherheit der Zukunft des Einzelnen. Erst mit dem Erreichen einer solchen Sicherheit kann der Mensch wieder so frei werden, über Humanität und Religion nachzudenken.

Die Zukunft

Es besteht eine gute Wahrscheinlichkeit, dass dieser Gedanke der Gründung von kirchlichen Gemeinschaften einen erkennbaren Platz in der Gesellschaft bekommen wird.
Es wäre sogar vorstellbar, dass sich daraus neue Formen der gesellschaftlichen Grundlagen entwickeln könnten.

Das Aikido-Prinzip würde damit wie folgt beschrieben werden können:

Der Druck auf die Menschen, sich aufzugeben und zu erniedrigenden Bedingungen das einzige, was Menschen noch haben, ihren Körper und ihre Arbeitskraft, zu verkaufen, wirkt nicht nur als Kraft, sondern diese paart und verstärkt sich durch die Erschaffung von Illusionen, dass jeder Mensch die Chance hat, eines Tages zu den Reichen und Schönen gehören zu können.

Über die Renaissance der christlichen Gemeinschaften wird diese ausschließlich aus Illusion bestehende Kraft aufgenommen, verstärkt und zu einer echten Chance auf ein Leben in Glück umgeleitet. Es geht dabei nicht darum, die Verursacher des Systems zu besiegen, sondern darum, der Welt wieder etwas Humanität zurückgeben zu können.

Dies sollte im Grunde genommen auch den Menschen zu denken geben, welche sich auf der Seite der Reichen und Schönen befinden.
Warum?
Weil es in der Regel so ist, dass etwa in der dritten oder vierten Generation all der Reichtum der Reichen und Schönen verschwunden ist, verschleudert, verspekuliert, eben weg ist. Die dann darauf folgenden Generationen werden auf dem gleichen Niveau leben müssen, wie die von den heutigen Reichen belächelten Unterschichten.
Und dies widerspricht dem eigentlichen Sinn unserer Existenz, nämlich dass wir uns, also unsere Gene in unseren Nachkommen, erhalten müssen, also eine Ewigkeit erschaffen. Und Ewigkeit bedeutet, dass die heutigen Reichen und Schönen in den Genen ihrer Kinder und Kindeskinder weiterleben. Alle Vorsorge, das Überleben der Reichen und Schönen in den eigenen Kindern zu sichern, ist ein Risiko-Spiel mit der großen Chance, dass die eigenen Gene in der Zukunft eher im Prekariat leben werden. Erst dann, wenn sich die Reichen und Schönen entschließen, eine humane Gesellschaft mit aufzubauen, dann erhöhen sich die Chancen für jeden, dass die eigenen Gene in einer glücklichen Gesellschaft leben dürfen.

 

Weitergehende Diskussionsgrundlagen im Buch: „Neue Theologie Physik Indizien Experimente“
Trailer zum Buch: https://youtu.be/JWR_aD6JgRQ
Webpräsenz des Projektes: https://www.platon-projekt.net

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